Europa: Nutzernachfrage schwächt sich ab
Dorothea Koch Jones Lang LaSalle GmbH
Die Stimmung der Nutzer auf den Büromärkten wird schlechter. Das schlägt sich auch in deren Nachfrage nach Flächen nieder. Aufgrund der Turbulenzen auf den Finanzmärkten und im Bankensektor schwächte sich diese im 3. Quartal weiter ab. Kostenreduzierung spielt eine zunehmend bedeutende Rolle.
Gegenüber dem Vorquartal ist der Umsatz in den untersuchten 24 Indexstädten um 8,9 % zurückgegangen, im 1-Jahresvergleich um 10,9 %. Insgesamt ist das immer noch ein hohes Niveau. Für die neun Monate im laufenden Jahr ergibt sich damit ein Gesamtumsatz von 9,4 Mio. m², entsprechend einem Minus von 7,4 % zum Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Spitzenmieten zum Vorquartal gesunken – im Jahresvergleich noch im Plus
Im derzeitigen konjunkturellen Umfeld sind die Nutzer immer weniger bereit, hohe Spitzenmieten zu bezahlen. Trotzdem blieb in den meisten Märkten das Niveau der Spitzenmieten im dritten Quartal noch stabil. Der europäische Mietpreisindex von Jones Lang LaSalle, basierend auf der gewichteten Mietpreisentwicklung von 24 Indexstädten, fiel im dritten Quartal ins Minus (- 0,1 %). Vor allem der Rückgang in Barcelona (- 3,7 %) und Dublin (- 3,3 %) sowie eine Fortsetzung des Negativtrends in London (- 2,3 %) haben für diese Entwicklung gesorgt. Nur drei Märkte, nämlich Prag (+ 7,0 %), Berlin (+ 2.3 %) und Amsterdam (+ 1,5 %) verzeichneten ein positives Mietpreiswachstum. In allen anderen Städten blieb es bei stabilen Spitzenmieten. Damit ist im Einjahresvergleich europaweit immer noch ein Plus von 2,6 % zu notieren.
Nettoabsorption seit Mitte des Jahres deutlich rückläufig
Zunahme von Leerstand und Fertigstellungen in mittel- und osteuropäischen Städten
Dank guter Volumina in den mittel- und osteuropäischen Märkten Polen, Ungarn und Tschechische Republik und insbesondere von Moskau sowie den deutschen Immobilienhochburgen blieb das Niveau der Nettoabsorption mit 6,2 Mio. Quadratmetern zumindest im Jahresverlauf hoch. Im Quartalsvergleich (Q 3 und Q 2 2008) finden sich aber bereits Auswirkungen der Finanzmarktkrise: um fast 50 % ist das Volumen gesunken.
Die gesamteuropäische Leerstandsquote zeigt – trotz rückläufiger Nettoabsorption und einem weiter steigenden Fertigstellungsvolumen – mit 7,2 % im 3. Quartal ein stabiles Niveau. In den mittel- und osteuropäischen Städten führte das sehr hohe Fertigstellungsniveau allerdings zu einer Zunahme der Leerstandsquote (um 210 Basispunkte auf 8,1%).

















